Weihnachten in aller Welt ... in England

Als ich 1972 mein erstes Weihnachten in Deutschland feierte, war ich sehr überrascht, wieviel ernster alles war als in meiner Heimat England.

Dort wird das Fest eher wie ein Kindergeburtstag für das Jesuskind gestaltet. Schon Tage vorher werden die Zimmer mit Girlanden, Stechpalmen und Misteln geschmückt. Fünfzig bis hundert Weihnachtskarten hängen an den Wänden, und bunt beleuchtete Tannenbäume stehen in allen Fenstern.

Heiligabend ist ein relativ normaler Tag; die Geschäfte sind bis abends noch geöffnet.

Bevor sie ins Bett gehen, hängen Kinder Strümpfe am Kaminsims auf und stellen sowohl eine kleine Brotzeit für den Weihnachtsmann bereit als auch ein paar Karotten für seine Rentiere. Als Teenager bin ich gerne mit meinem Vater gegen Mitternacht in die Kirche gegangen, um die „Carols“ zu singen.

Für die Kleinen ist es schwer einzuschlafen, weil sie einen Blick auf Santa Claus erhaschen möchten, während er die Geschenke unter den Baum legt.

Meine Weihnacht beginnt auch heute noch am 25. Dezember, wenn der Familienclan zusammenkommt, fröhlich Geschenke auspackt und gebratener Truthahn verspeist wird.

Am feierlich gedeckten Tisch liegt an jedem Platz ein Knallbonbon. In den Knallbonbons ist jeweils eine bunte Papierkrone. Sie werden dann während des Essens aufgesetzt.

Als Highlight zum Schluss gilt dann das Flambieren des gehaltvollen Plumpuddings, der mit Rumbutter und Sahne serviert wird. Die Kinder dürfen davon nur probieren und bekommen Eis.

Jane Funke